Im Berufsschulzentrum Stockach ist bis Freitag die Wanderausstellung des Bundestags zu Gast. Lina Seitzl (SPD), Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Konstanz, hatte sich dafür eingesetzt. Zur Eröffnung der Ausstellung sprach sie nun mit Zwölftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums. Die Schüler hatten sich ausführlich mit verschiedenen Themenkomplexen beschäftigt und Fragen ausgearbeitet.

Wanderausstellung des Bundestags
Bis Freitag, 23. Oktober, gastiert die Wanderausstellung des Bundestags im Berufsschulzentrum Stockach. Sie ist für jedermann von 8 bis 16 Uhr, am Freitag bis 14 Uhr zu besichtigen. Die Ausstellung widmet sich auf je vier Tafeln den Kapiteln „Parlament und Organisation“ sowie „Aufgaben des Bundestags“, „Rechte und Pflichten der Abgeordneten“ und „Bürgerservice“ mit der Frage, wie man sich einmischen kann. Michael Hesse und Martin Otte, Mitarbeiter der Verwaltung des Bundestags, stehen für Fragen parat. Über QR-Codes kann man sich die Inhalte und weitere Informationen auf das eigene Endgerät herunterladen. Ein Quiz und ausgelegte Publikationen (auch für Kinder) runden das kompakte Angebot ab.
So sieht der Alltag der Abgeordneten aus
Die Schüler fragten Lina Seitzl nach einem „typischen Montag“. Das hänge von Sitzungs- oder Wahlkreiswochen ab, so die Politikerin. Als Mitglied des Bundestags sei sie mit in der Verantwortung für Gesetze. Das bedeute mal nur die Hand zu heben, mal bei Fachthemen mit der CDU/CSU zu verhandeln. Auch das Beschließen des Bundeshaushalts sei eine ihrer Aufgaben. „Mindestens genauso wichtig ist es aber, hier vor Ort zu erzählen, was wir machen und zu erfahren, was hier wichtig ist.“ Die Abgeordneten müssten die Perspektiven aus den Landkreisen und Regionen nach Berlin bringen.
Sie stamme aus einer Familie, in der politisch viel diskutiert worden sei, so Seitzl. Auch ein Jahr als Austauschschülerin in Finnland habe ihr viele Erkenntnisse gebracht. Nach dem Abitur habe sie ein Praktikum bei einer Bundestagsabgeordneten der SPD gemacht. Der Partei sei sie beigetreten, weil ihr die Chancengleichheit damals wie heute sehr wichtig gewesen sei. Sie betonte, der Schulabschluss sei ein elementarer Faktor für die Karriere. Als junger Mensch schon zu wissen, welchen Beruf man erlernen wolle, sei schwierig. „Wir müssen wegkommen von der Idee, dass ich das 40, 45 Jahre mache.“ Laufbahnen und Berufe selbst veränderten sich etwa durch KI und Digitalisierung. Sie ermutigte die Schüler: „Macht die Schule fertig, macht eine Ausbildung oder geht studieren. Wichtig ist, dass jeder findet, was ihm Spaß macht.“
Im Berufsschulzentrum Stockach ist bis Freitag die Wanderausstellung des Bundestags zu Gast. Lina Seitzl (SPD), Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Konstanz, hatte sich dafür eingesetzt. Zur Eröffnung der Ausstellung sprach sie nun mit Zwölftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums. Die Schüler hatten sich ausführlich mit verschiedenen Themenkomplexen beschäftigt und Fragen ausgearbeitet.
Wanderausstellung des Bundestags
Bis Freitag, 23. Oktober, gastiert die Wanderausstellung des Bundestags im Berufsschulzentrum Stockach. Sie ist für jedermann von 8 bis 16 Uhr, am Freitag bis 14 Uhr zu besichtigen. Die Ausstellung widmet sich auf je vier Tafeln den Kapiteln „Parlament und Organisation“ sowie „Aufgaben des Bundestags“, „Rechte und Pflichten der Abgeordneten“ und „Bürgerservice“ mit der Frage, wie man sich einmischen kann. Michael Hesse und Martin Otte, Mitarbeiter der Verwaltung des Bundestags, stehen für Fragen parat. Über QR-Codes kann man sich die Inhalte und weitere Informationen auf das eigene Endgerät herunterladen. Ein Quiz und ausgelegte Publikationen (auch für Kinder) runden das kompakte Angebot ab.
So sieht der Alltag der Abgeordneten aus
Die Schüler fragten Lina Seitzl nach einem „typischen Montag“. Das hänge von Sitzungs- oder Wahlkreiswochen ab, so die Politikerin. Als Mitglied des Bundestags sei sie mit in der Verantwortung für Gesetze. Das bedeute mal nur die Hand zu heben, mal bei Fachthemen mit der CDU/CSU zu verhandeln. Auch das Beschließen des Bundeshaushalts sei eine ihrer Aufgaben. „Mindestens genauso wichtig ist es aber, hier vor Ort zu erzählen, was wir machen und zu erfahren, was hier wichtig ist.“ Die Abgeordneten müssten die Perspektiven aus den Landkreisen und Regionen nach Berlin bringen.
Sie stamme aus einer Familie, in der politisch viel diskutiert worden sei, so Seitzl. Auch ein Jahr als Austauschschülerin in Finnland habe ihr viele Erkenntnisse gebracht. Nach dem Abitur habe sie ein Praktikum bei einer Bundestagsabgeordneten der SPD gemacht. Der Partei sei sie beigetreten, weil ihr die Chancengleichheit damals wie heute sehr wichtig gewesen sei. Sie betonte, der Schulabschluss sei ein elementarer Faktor für die Karriere. Als junger Mensch schon zu wissen, welchen Beruf man erlernen wolle, sei schwierig. „Wir müssen wegkommen von der Idee, dass ich das 40, 45 Jahre mache.“ Laufbahnen und Berufe selbst veränderten sich etwa durch KI und Digitalisierung. Sie ermutigte die Schüler: „Macht die Schule fertig, macht eine Ausbildung oder geht studieren. Wichtig ist, dass jeder findet, was ihm Spaß macht.“
Kann man noch mit Menschen diskutieren, die anderer Meinung sind?
Sie bat alle ab 16 Jahren, wählen zu gehen und sich für Themen, die ihnen wichtig sind, zusammenzuschließen. Das gelte in der Schule ebenso wie in der Politik. „Man kann etwas bewegen, wenn man Verbündete findet. Demokratie machen wir alle.“ Die Schule müsse auch ein Ort sein, um über politische Themen zu sprechen, um unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen und Verständnis für andere Meinungen zu entwickeln. Lehrer sollten dabei parteipolitisch neutral sein, aber stets für die Verfassung einstehen.
Es sei allerdings heute schwerer, mit Menschen anderer politischer Meinung zu diskutieren, befanden die Jugendlichen. Lina Seitzl sagte, man halte sich weniger in Vereinen auf, es gebe weniger Kneipen mit Stammtisch, weniger Feste. Auch die sozialen Medien hätten einen Anteil. „Wir müssen uns alle der Folgen bewusst sein und Orte finden und stärken, wo wir mit anderen Meinungen zusammenkommen.“ Seitzl erklärte, sie sehe die Demokratie in Gefahr, wenn ein großer Teil der Bevölkerung sich gleichgültig gegenüber Demokratie und Politik zeige, weil dies einzelnen Radikalen ermögliche, sich durchzusetzen.
Fragen zur AfD und zur Migration
Die Schüler beschäftigte auch, dass viele frühere Wähler der Parteien der Mitte zuletzt die AfD gewählt haben. Lina Seitzl stellte klar: „DieWelt ist sehr komplex geworden. Es ist schwierig, damit umzugehen. Wir haben nicht immer die richtigen Lösungen vorgeschlagen. Das hat viele Menschen enttäuscht.“ Sie bestätigte, dass der Ton im Bundestag rauer geworden sei. Über zwei Drittel der Ordnungsrufe erfolgten an AfD-Abgeordnete.
Auch über Migration wurde gesprochen. Es gebe seit 2015 sehr viele gute Migrationsgeschichten, aber es sei nicht alles gut gewesen, so Seitzl. „Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis müssen ausreisen. Das ist richtig und passiert auch.“ Wichtig sei, Asylbewerber schneller in Arbeit zu bringen. Mit Hilfe des Jobturbos sollten sie früher eine Arbeitsbewilligung bekommen und jobspezifische Sprachkurse belegen können, das laufe sehr gut an. „Arbeiten zu gehen, ist eine Grundvoraussetzung für Integration und ein unabhängiges Leben in Deutschland“, sagte sie.
Was macht die SPD für junge Menschen?
Die Jugendlichen fragten zudem nach Anstrengungen der SPD, jungen Menschen wieder mehr Vertrauen in die Politik zu geben. Außerdem wollten sie wissen, warum Deutschland der Ukraine bis heute die Lieferung schwerer Waffen verweigert und wie Seitzl den Umgang mit US-Präsident Donald Trump einschätze. Die Abgeordnete gab verschiedene Beispiele, die junge Menschen künftig fördern könnten.
Zur Ukraine sagte sie, Deutschland habe als Nato-Mitglied Bündnisverpflichtungen und klare Aufgaben. Es sei ein Novum in der Außenpolitik, dass Waffen in Kriegsgebiete geliefert werden, und gebe große Diskussion, ob Deutschland das nach wie vor tun solle. „Die SPD findet, wir müssen es weiter tun, um den souveränen Staat zu unterstützen und das Völkerrecht sowie unsere eigene Sicherheit zu schützen.“ Sie sei froh, dass auch der Koalitionspartner klar dahinterstehe. Deutschland sei im Übrigen schon lange der größte Unterstützer der Ukraine.
In Bezug auf den US-Präsidenten hoffe sie auf die Zwischenwahlen im November, bei denen starke Wahlergebnisse für die Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus vorausgesagt würden.

Martin Otte (links) und Michael Hesse (rechts) begleiten als Mitarbeiter der Verwaltung des Bundestags die Wanderausstellung. Matthias Schalk, stellvertretender Schulleiter des BSZ Stockach, hat vor, allen Klassen den Besuch der Ausstellung zu ermöglichen. Foto: BSZ Stockach
Abschließend wurde gefragt, was ihr wichtigstes Anliegen sei, wenn sie für eine Woche Kanzlerin wäre. Ihr Schwerpunkt läge ganz klar auf Kindern und Jugendlichen, so Seitzl. „Ich würde, mit welchen Maßnahmen auch immer, dafür sorgen, dass es am Anfang leichter wird, sich frei zu entfalten. Dadurch würden wir ganz viele Probleme später nicht haben.“
Fotos und Text: Claudia Ladwig (externer Link Südkurier)